Antikonzeption ("Pille")
- Östrogensubstitutionstherapie in der Menopause
- Schwangerschaft
- Rauchen
- Immobilisation (z.B. lange andauerndes Sitzen bei Fernreisen oder bei der Arbeit)
- Operationen
- und fortgeschrittenes Lebensalter ...
....sind erworbene
Risikofaktoren, die die Gerinnungsneigung des Blutes erhöhen
und zu Verschlüssen des Blutgefäßsystems, den sog.
Thrombosen, führen können. Die venöse Thrombose ist
nach Herzinfarkt und Schlaganfall die dritthäufigste lebensbedrohende
kardiovaskuläre Erkrankung. Offene Beine und Embolien sind
häufige Folgeerkrankungen.
In jüngster
Zeit werden immer mehr Ursachen für Krankheiten auf beschädigte
Erbanlagen zurückgeführt.
Dies gilt insbesondere für die Thrombophilie, denn bisher war
wenig beachtet, dass für das Entstehen einer Thrombose sehr
häufig erbliche Faktoren ein grundlegendes individuelles Risiko
darstellen.
Defekte Gene unseres Blutgerinnungssystems bewirken dabei die gesteigerte
Bereitschaft unseres Blutes zur Verklumpung. Diese Defekte können
von Generation zu Generation weitergegeben werden.
Mindestens jede zwanzigste
Person in der Normalbevölkerung trägt ein lebenslang erhöhtes
Thromboserisiko durch Gendefekte.
Es ist wichtig zu
wissen, dass die Kombination mit den oben aufgezählten erworbenen
Risikofaktoren und/oder weiteren Defekten des Blutgerinnungssystems
das Risiko für das Auftreten von Thrombosen und den damit verbundenen
Erkrankungen erheblich steigert (über 100fach).
Früherkennung
ist der beste Schutz
Die
frühzeitige Erkennung einer Veranlagung kann eine schwerwiegendere
Erkrankung verhindern helfen. Wirksame Therapiekonzepte und eine
entsprechende Lebensführung verringern das Risiko für
das Auftreten einer Thrombose. Darüberhinaus können unter
besonderen Umständen (z.B. Operationen, Schwangerschaft) rechtzeitig
vorbeugende Maßnahmen eingeleitet werden.
Der
Test
Ein einfacher Gentest gibt Aufschluß über Defekte der
drei häufigsten angeborenen Risikofaktoren
Faktor V, Prothrombin, Methylentetrahydrofolatreduktase.
Dazu ist eine einfache Blutentnahme erforderlich. Das Ergebnis liegt
innerhalb einer Woche vor.
Die
medizinische Indikation
Eine medizinische Indikation für diesen Test besteht unter
folgenden Umständen:
-wenn bei Ihnen schon eine oder mehrere Thrombosen festgestellt
wurden.
-wenn eine Häufung von thromboembolischen Ereignissen in Ihrer
Familie vorliegt.
-wenn während der Schwangerschaft oder nach der Geburt Thrombosen
aufgetreten sind.
-wenn Defektzustände des Gerinnungssystems bei Ihnen bereits
nachgewiesen wurden
(z.B. APC-Resistenz, erhöhter Prothrombinspiegel)
-wenn eine erhöhte Abortneigung bei Ihnen besteht.
Die Kosten für eine solche Untersuchung werden dann von den
Krankenkassen übernommen.
Ihre
Entscheidung
Besteht keine medizinische Indikation für diese Untersuchung
und Sie möchten trotzdem z.B. aufgrund bei Ihnen bestehender
erworbener Risikofaktoren -ein besonderes Thromboserisiko tragen
z.B. Personen mit einer Kombination aus Rauchen und der Einnahme
der Pille- einen solchen Test durchführen lassen, so ist dies
mit einem privaten Untersuchungsauftrag (IGEL-Leistung) ebenfalls
möglich . Es erfolgt dann eine Privatliquidation durch Ihren
Arzt.
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