| Einige Fakten:
Die große Mehrzahl aller Kinder werden gesund geboren.
- Alle Frauen, egal welchen Alters, haben ein kleines Risiko, ein Kind
mit einem physischen und/oder geistigen Handicap zu gebären.
- In einigen Fällen beruht das Handicap auf einer chromosomalen
Anomalie wie z.B. dem Down Syndrom (Trisomie 21,"Mongolismus").
- Beim 11-13 Wochen Ultraschall wird der Entbindungstermin sonographisch
sicher festgelegt. Wenn Sie wollen, kann das Kind auf größere
physische Defekte hin untersucht werden. Weiterhin kann untersucht werden,
wie hoch das Risiko für eine chromosomale Anomalie in Verbindung
mit Ihrem Alter ist (s.u.).
- Diese frühe Ultraschalluntersuchung kann einige, aber nicht alle
Defekte erkennen. Eine weitere detaillierte Ultraschalluntersuchung
in der 20.-22. Schwangerschaftswoche (SSW) ist daher zu empfehlen.
- Der 11-13 Wochen Ultraschall erlaubt eine Risikoabschätzung für
ein Down Syndrom. Um eine sichere Aussage zu machen, ob das Kind eine
chromosomale Anomalie hat, ist allerdings ein invasiver Test (Chorionzottenbiopsie
oder Amniozentese) notwendig. Der invasive Test birgt jedoch ein ca.
0,5%iges Risiko für eine Fehlgeburt.
Das Risiko für ein Down Syndrom ist abhängig vom mütterlichen
Alter
Die Tabelle zeigt Ihnen die Abhängigkeit des Risikos für die
Geburt eines Kindes mit einem DownSyndrom vom mütterlichen Alter.
Im Anfang der Schwangerschaft ist das Risiko für eine chromosomale
Anomalie natur-gemäß höher als zum Zeitpunkt der Geburt,
da viele erkrankte Kinder auf natürliche Weise während der Schwangerschaft
sterben.
| Alter (Jahre) |
Risiko für Trisomie21 |
| |
bei Geburt |
i.d.12. SSW |
| 20 |
1 von 1526 |
1 von 1018 |
| 25 |
1 von 1351 |
1 von 901 |
| 30 |
1 von 894 |
1 von 596 |
| 32 |
1 von 658 |
1 von 439 |
| 34 |
1 von 445 |
1 von 297 |
| 36 |
1 von 280 |
1 von 187 |
| 38 |
1 von 167 |
1 von 112 |
| 40 |
1 von 96 |
1 von 64 |
| 42 |
1 von 55 |
1 von 36 |
| 44 |
1 von 30 |
1 von 20 |
Erstes Trimester Ultraschall
Seit einiger Zeit bieten einige Einrichtungen/Praxen eine Ultraschalluntersuchung
zwischen der 11. und 13. SSW an. Während der Untersuchung wird das
Kind in der Regel von der Bauchwand aus zur Darstellung gebracht. Gelegentlich
ist die Sicht jedoch nicht klar, so dass eine vaginale Ultraschalluntersuchung
notwendig ist. (Sie brauchen für die Untersuchung keine volle Blase).
Beim 11-13 Wochen Ultraschall bestätigen wir, dass das Kind wohlauf
ist. Weiterhin wird das Schwanger-schaftsalter durch Messung der Scheitelsteißlänge
festgelegt. Wenn Sie es wünschen, können wir bei dieser Untersuchung
größere Defekte ausschließen, sowie die sog. Nackentransparenz
(NT) messen und das Risiko für ein Down Syndrom, welches auf dieser
Messung zusammen mit Ihrem Alter beruht, kalkulieren.
Risikoberechnung
Die Nackentransparenz (NT) ist ein dunkler Bereich (Flüssigkeit)
im Nackenbereich des Kindes. Unter-suchungen an über 100.000 Schwangerschaften
haben gezeigt, dass bei den meisten Kindern die NT dargestellt werden
kann. Ist die Nackentransparenz größer als normal, steigt das
Risiko für eine chromosomale Anomalie oder andere Erkrankungen (z.B.
Herzfehler) des Kindes an. Mit Hilfe eines Computerprogramms der Fetal
Medicine Foundation, London, kann aus den Ergebnissen der NT-Messung zusammen
mit Ihrem Alter (Basisrisiko) eine individuelle Risikozahl errechnet werden.
Mit diesen beiden Werten (NT und mütterliches Alter) werden ca. 70%
der Kinder mit Down Syndrom erkannt.
Die Erkennungsrate von Kindern mit Down Syndrom kann jedoch durch die
zusätzliche Bestimmung zweier Serumwerte im mütterlichen Blut
(PAPP-A und freies ßhCG) deutlich gesteigert werden. Die Kombination
dieser beiden Werte mit der NT-Messung und dem mütterlichem Alter
führt zu einer Steigerung der Erkennungsrate auf ca. 90%. Diese Untersuchungen
sind kein Bestandteil der gesetzlichen Schwanger-schaftsvorsorgeuntersuchungen
und müssen daher von Ihnen selbst bezahlt werden (sog. IGEL-Leistung).
Ihre Entscheidung
Sind alle diese Messungen normal, bzw. haben kein erhöhtes Risiko
ergeben, kann man es darauf ohne weitere Tests beruhen lassen. Es kann
jedoch sein, dass Sie das Gefühl haben, einen definitiven Test durchführen
zu lassen. Wenn Sie der Meinung sind, dass nur ein definitiver Test Ihnen
genügend Sicherheit bietet, ist die Durchführung einer Chorionzottenbiopsie
oder Amniozentese notwendig. Der Vorteil dieser Tests ist eine definitive
Diagnose. Der Nachteil ist, dass der Test ein Risiko von ca. 0,5% für
eine Fehlgeburt beinhaltet.
Double- (Triple-) Test
Als Alternative für einen nicht-invasiven Test können Sie auch
den schon länger etablierten "Double- (Triple-) Test" in der 15.-16.
Schwangerschaftswoche durchführen lassen (Untersuchung aus mütterlichem
Blut). Dieser liefert ebenfalls eine Risikoberechnung basierend auf Ihrem
Alter und den drei biochemischen Markern Estriol, ßHCG, AFP. Die
Erkennungsrate ist aber mit ca. 70% im Vergleich zum o.g. I.-Trimester-Test
vergleichsweise gering. Ein Vorteil ist aber die 70%ige Erkennung von
Neuralrohrdefekten ("offener Rücken"). Da der Double- (Triple-) ebenfalls zu den sog. "Individuellen Gesundheitsleistungen"
(IGEL) gehört, müssen Sie auch hierfür die Kosten selbst
übernehmen.
Der 11-13 Wochen Ultraschall erlaubt uns, eine Reihe schwerer kindlicher
Defekte zu erkennen. Aber nicht alle Erkrankungen können hierdurch
erkannt werden (z.B. Herzfehler). Deshalb empfehlen wir allen Schwangeren
die Durchführung einer detaillierten Ultraschalluntersuchung in der
21.-23. Schwangerschaftswoche, welche ebenfalls eine IGEL-Leistung darstellt,
es sein denn es besteht eine medizinische Indikation (z. B. Herzfehler
in der Familie).
Zusammenfassung Ihrer Möglichkeiten
Zur Zeit stehen drei verschiedene nicht-invasive Tests zur Risikoabschätzung
für ein Kind mit einem Down Syndrom zur Verfügung:
- Erstes Trimester Ultraschall in der 11.-13. Schwangerschaftswoche
+ PAPP-A/ßHCG-Bestimmung.
- AFP-Bestimmung in der 15. Schwangerschaftswoche
oder
- Double- (Triple-) Test in der 15.-16. Schwangerschaftswoche
- Zweites Trimester Ultraschall in der 21.-23. Schwangerschaftswoche
Bedenken Sie, dass diese Untersuchungen ein Risiko abschätzen und
keine definitive Diagnose ergeben!
Wenn Sie jedoch eine definitive Antwort wünschen, stehen folgende
invasive Tests zur Verfügung:
- Chorionzottenbiopsie in der 12.-14. Schwangerschaftswoche
- Amniozentese in der 14.-17. Schwangerschaftswoche
- Fetale Blutentnahme in der 20.-24. Schwangerschaftswoche
Für alle invasiven Tests besteht ein eingriffsbedingtes Risiko!
Scheuen Sie sich nicht, bei Dingen, die Ihnen unklar sind, Fragen zu
stellen!
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