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28.09.2013

ETS-Kurs

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BRCA1/2 Info

 

 

Etwa 5-10% aller Mamma- und Ovarialkarzinome haben eine erbliche Ursache. Das reguläre 2-jährige Früherkennungsprogramm ist für diese Gruppe der Tumorerkrankungen nicht ausreichend. Träger(innen) einer Mutation in den Genen BRCA1 und/oder BRCA2 haben ein hohes Erkrankungsrisiko. Als Risikopersonen werden sowohl erkrankte als auch gesunde Personen angesehen, in deren Familien ein Verdacht für ein erbliches Brust- und/oder Eierstockkarzinom besteht.

 

Das Auftreten dieser Karzinome ist durch ein frühes Erkrankungsalter, eine familiäre Häufung und oft durch einen bilateralen Manifestation gekennzeichnet. In etwa der Hälfte der Fälle kann eine Mutation im BRCA1- und/oder BRCA2 Gen nachgewiesen werden. Das lebenslange Erkrankungsrisiko für Frauen, die eine BRCA1- oder BRCA2-Mutation tragen, liegt bei 55‑85% für Brustkrebs und 15‑65% für Eierstockkrebs. Der Erbgang ist autosomal dominant; Kinder eines Mutationsträgers haben eine 50%ige Wahrscheinlichkeit, die Mutation zu erben. Das Risiko bei männlichen Trägern von BRCA1- oder BRCA2-Mutationen für eine Brustkrebserkrankung ist ebenfalls erhöht.

 

Die Gene BRCA1 und BRCA2 haben im unveränderten Zustand u. a. eine tumorunterdrückende Funktion (Tumorsuppressor-Gen), d.h. sie schützen den Menschen vor unkontrolliertem Zellwachstum. Bei erblichem Brust- oder Ovarialkarzinom treten in beiden Genen deutlich häufiger angeborene Sequenzveränderungen auf, die zu einem Verlust der tumorunterdrückenden Wirkung führen und das Risiko an einem Brust- und/oder Ovarialkarzinom zu erkranken deutlich erhöhen.

 

Eine molekulargenetische Analyse der Gene BRCA1 und BRCA2 kommt in Betracht und wird von den Krankenkassen übernommen, wenn eines der folgenden Kriterien vorliegt:

 

  • Familien, mit mindestens zwei an Mamma- und/oder Ovarialkarzinom Erkrankten, davon eine unter 50 Jahren,
  • Familien, mit einer an einseitigem Mammakarzinom im Alter von 30 Jahren oder früher Erkrankten,
  • Familien, mit einer an beidseitigem Mammakarzinom im Alter von 40 Jahren oder früher Erkrankten,
  • Familien, mit einer an einem Ovarialkarzinom im Alter von 40 Jahren oder früher Erkrankten,
  • Familien, mit einer an Mamma- und Ovarialkarzinom Erkrankten unabhängig vom Alter,
  • Familien, mit einem männlichen an Mammakarzinom Erkrankten.

 

Werden Mutationen in den Genen BRCA1 oder BRCA2 nachgewiesen, ist die Erkrankungswahrscheinlichkeit je nach Häufigkeit, Alter und Geschlecht unterschiedlich: Familien mit mindestens zwei an Mammakarzinom erkrankten Frauen unter 50 Jahren weisen in 37 Prozent Mutationen in den Genen BRCA1 oder BRCA2 auf. Treten Mamma- und Ovarialkarzinome in der Familie auf, dann erhöht sich die Nachweisrate auf 53 Prozent. Tritt hingegen nur ein Mammakarzinom vor dem 30. Lebensjahr, ein bilaterales Mammakarzinom oder ein Mammakarzinom bei einem männlichen Familienmitglied auf, werden Mutationen in den Genen BRCA1 oder BRCA2 in weniger als 10 Prozent der Familien nachgewiesen.

 

Für betroffene Risikopersonen mit Verdacht auf ein erbliches Mamma- oder Ovarialkarzinom (Gesunde als auch Erkrankte) findet eine nicht-direktive multidisziplinäre Beratung (gynäkologische, humangenetische und psychoonkologische Beratung) nach den Richtlinien der Bundesärztekammer statt. Die Untersuchung der Gene BRCA1 und BRCA2 werden gemäß GenDG (Gendiagnostikgesetz) ausschließlich nur nach Durchführung einer genetischen Beratung durch einen Facharzt für Humangenetik durchgeführt.

 

Weitere Gene, die bei familiärem Mamma- und/oder Ovarialkarzinom signifikant häufiger Mutationen aufweisen, sind RAD51C, ATM und CHEK2. Alle Gene haben eine Funktion in der Zellzykluskontrolle, DNA-Reparatur oder gehören zur Gruppe der Tumorsuppressorgene.

 

Hilfreiche Links:

 

BRCA Netzwerk e. V.

http://www.brca-netzwerk.de/startseite0.html

 

mamazone e.V.

http://www.mamazone.de/