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| Amnionzellen
Zeitpunkt und Menge. Fruchtwasserproben können ab der 14.
Schwangerschaftswoche zur zytogenetischen Diagnostik eingesandt
werden. Die Fruchtwassermenge hängt vom Schwangerschaftsalter ab.
Kurze Kulturzeiten sind mit etwa 10 ml erreichbar. Zur gleichzeitigen
Interphase FISH-Diagnostik siehe spezielles Informationsblatt. Die
durchschnittliche Bearbeitungszeit beträgt etwa 10 Tage ab Probeneingang
im Labor.
Labormethoden. In der Regel werden 2 unabhängige Kulturansätze
nach der Flaschen- und - in situ -Technik angelegt. Routinemäßig
werden mindestens 15 Zellen aus >=10 Kolonien ausgewertet.
Komplikationen. Diagnostische Irrtümer können durch ein Wachstum
mütterlicher Zellen in der Zellkultur (mütterliche Kontamination)
verursacht werden. Routinemässig können keine speziellen Untersuchungen
zum Ausschluss dieser Komplikationsmöglichkeit durchgeführt werden.
Wir empfehlen aus diesem Grunde, bei jeder Punktion die ersten 2
ml Fruchtwasser zu verwerfen. Das Risiko für eine mütterliche Kontamination
ist erhöht nach komplizierter Punktion, sowie bei starker mütterlicher
Blutbeimengung und daraus resultierendem verzögerten Kulturwachstum.
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Chorionzotten / Plazentazotten
Zeitpunkt und Menge. Chorionzotten können ab der 10. Schwangerschaftswoche
zur zytogenetischen Diagnostik eingesandt werden. Ein geschätztes
reines Zottengewicht von 10-15 mg reicht in der Regel für eine Direktpräparation
und eine gleichzeitige Kultivierung aus. Die durchschnittliche Bearbeitungszeit
für die Direktpräparation beträgt 1 Tag und für die Kultur 14 Tage
ab Probeneingang im Labor.
Labormethoden. Die eingesandte Probe wird unmittelbar nach Eingang
im Labor unter dem Invertmikroskop von mütterlichem Gewebe befreit
und gereinigt. Bei ausreichender Gewebemenge wird immer simultan
eine Direktpräparation durchgeführt und eine Kultur angelegt. Die
Zahl der Kulturen hängt von der zur Verfügung stehenden Zottenmenge
ab.
Komplikationen. Bei ausreichender Zottenmenge sind die Erfolgsraten
der Chorionzottendiagnostik mit denen der Amnionzellkultur vergleichbar.
Stützt sich der Befund allein auf eine Direktpräparation, ist die
diagnostische Sicherheit leicht eingeschränkt. Mosaikbefunde werden
bei etwa 1-2 % der Untersuchungen beobachtet und bedürfen der Abklärung,
bevor irreversible Entscheidungen zum Schwangerschaftsverlauf getroffen
werden. Biologisch kann diesen Befunden ein auf die Plazenta beschränktes
Mosaik zugrundeliegen (confined placental mosaicism, CPM). Dabei
kann der Fet chromosomal unauffällig sein, jedoch kann ein erhöhtes
Risiko für Wachstumsretardierung und uniparentale Disomie bestehen.
Siehe auch “Generelle Grenzen pränataler Chromosomenuntersuchungen”.
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Fetales Blut
Zeitpunkt und Menge.
Cordozentesen sind mit den gegenwärtig verfügbaren Techniken
etwa ab der 18.-20. Schwangerschaftswoche möglich. Chromosomenanalysen
können ab etwa 1 ml fetalem Blut erfolgreich durchgeführt werden.
Die Bearbeitungszeit beträgt 2-3 Tage ab Probeneingang im Labor.
Labormethoden. Die Kulturansätze entsprechen denen der postnatalen
Chromosomenuntersuchungen.
Komplikationen. Grundsätzlich besteht die Gefahr einer Kontamination
der Probe mit mütterlichem Blut. Aus diesem Grunde ist eine zusätzliche
Untersuchung erforderlich, um den fetalen Ursprung der Probe zu
sichern (Kleihauer-Betke Test). Dieser Test wird im Labor durchgeführt.
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Generelle Grenzen pränataler Chromosomenuntersuchungen
Mosaikbefunde. Bei jeder pränatalen Chromosomenuntersuchung
kann nur eine begrenzte Zahl von Zellen analysiert werden. Mosaikbefunde
beim Feten können daher grundsätzlich unerkannt bleiben. Die Analyse
der in den Richtlinien geforderten Zahl von Zellen schließt Mosaikbefunde
beim Feten mit hoher Wahrscheinlichkeit, jedoch nicht mit letzter
Sicherheit aus.
Chromosomenstrukturanomalien. Das optische Auflösungsvermögen
des Mikroskops ist begrenzt. Die Darstellung der Chromosomenfeinstruktur
hängt zudem von ihrem Kontraktionsgrad ab. Im Befundbericht wird
eine durchschnittliche Bandenzahl angegeben, die ein grobes Maß
für den Kontraktionsgrad der analysierten Chromosomen ist. Chromosomenstrukturanomalien,
die weniger als etwa 3-5 Millionen Basenpaare betreffen, können
durch eine konventionelle Chromosomenuntersuchung nicht erkannt
werden. Dazu zählen auch die sogenannten Mikrodeletionssyndrome.
Bei gezieltem Verdacht können diese mit Hilfe einer Fluoreszenz
- in situ - Hybridisierung (FISH) erkannt werden.
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