Genetische Risikofaktoren für Thromboembolien
Folgende Parameter
wurden neu in unser Routine-Untersuchungsprogramm aufgenommen:
Faktor
V-Leiden-Mutation
Faktor
II (Prothrombin)-Dimorphismus
MTHFR-A223V-Mutation
Die Inzidenz für
Venenthrombosen beträgt in Deutschland etwa 1:1000.
Risikofaktoren für Venenthrombosen können genetisch bedingt
oder erworben sein. Durch epidemiologische Studien konnten mehrere genetische
Risikofaktoren für Venenthrombosen identifiziert werden, unter denen
die Faktor V-Leiden-Mutation, die eine Resistenz des Gerinnungsfaktors
V gegen aktiviertes Protein C (APC) zur Folge hat, eine besondere Rolle
spielt. Aber auch Mutationen in den Genen, welche für die Regulation
des Plasma-Prothrombinspiegels (Faktor II) sowie der Serum-Homocysteinkonzentration
Methylen-Tetrahydrofolat-Reduktase; MTHFR) verantwortlich sind tragen
zu einer Erhöhung des Thromboserisikos bei, so dass von multiplikatorischen
Effekten bei Vorhandensein mehrerer Mutationen ausgegangen werden muß.
Das Risiko erhöht sich weiter bei Vorliegen zusätzlicher Risikofaktoren,
wie z.B. die Einnahme von oralen Kontrazeptiva, Rauchen, fortgeschrittenes
Lebensalter oder anderer Defektzustände des Gerinnungssystems (Protein
C, Protein S, Antithrombin III), so dass eine Thromboseprophylaxe angezeigt
sein kann.
In Schwangerschaft und Wochenbett ist das Risiko eines thromboembolischen
Ereignisses per se erhöht, so dass auch hier durch eine erbliche
Vorbelastung ein erhebliches zusätzliches Risiko besteht. Darüber
hinaus konnten Assoziationen der Faktor-V-Leiden-Mutation mit wiederholtem
Spontanabort, Präeclampsie, HELLP-Syndrom und II-Trimester-Abort
aufgezeigt werden. Durch molekularbiologische Untersuchung aus peripherem
Blut (EDTA-Blut) ist es möglich, den Genotyp der verschiedenen Faktoren
zu bestimmen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung ermöglichen eine
individuelle Risikoabschätzung für thromboembolische Ereignisse
sowie die Einleitung eventuell notwendiger prophylaktischer Maßnahmen
(Heparinisierung etc.).
Einsendematerial:
1 EDTA-Blutröhrchen (2-5 ml)
Anforderung:
Faktor-V-Leiden-Mutation,
Prothrombin-Dimorphismus, MTHFR-A223V-Mutation
Dauer der Untersuchung:
5 Werktage
Indikationen zur
molekulargenetischen Abklärung der relevanten Mutationen:
- Patienten mit
Thrombosen
- Bekannte Defektzustände
des Gerinnungssystems
- Patienten mit
APC-Resistenz oder grenzwertigen Befunden der APC-Resistenz
- Patienten mit
erhöhtem Prothrombinspiegel
- Belastete Familienanamnese
für Thromboembolien bzw. koronare Herzkrankheiten
- Personen mit erhöhtem
Thrombose- und/oder. Atherosklerose-Risiko
- Einnahme von oralen
Kontrazeptiva besonders in Verbindung mit Zigarettenrauchen
- Patientinnen vor
oraler Östrogensubstitution in der Menopause
- Risikoschwangerschaften
(habituelle Aborte, Z.n. Spätabort, Präeclampsie, HELLP-Syndrom)
- Untersuchung der
direkten Verwandten bei vorliegenden Risikoallelen
Für weitere
Fachinformationen klicken Sie bitte hier: Patienteninformation
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